Selbstfüllende Trinkflasche wandelt Luft in trinkbares Wasser um

Stellt euch vor, dass ihr während eurer Reise oder auf einer Radtour aus eurer Trinkflaschen trinken und trinken könnt, die Trinkflasche aber nie leer wird? Geht das? Welche Technik steckt dahinter?

Mit dieser Thematik wollen wir uns in diesem Betrag beschäftigen und stellen dabei das Startup Fontus vor, welches eine innovative selbstfüllende Trinkflasche entwickelt und feuchte Luft in Trinkbares Wasser umwandelt. Diese soll im ersten Quartal 2017 auf den Markt kommen.

Fontus Airo Trinkflasche
Fontus Airo Bottle | Quelle: Fontus.at

 

Alles nur Physik

Ihr kennt sicherlich das Phänomen, dass an warmen Tagen sich Tropfen an eurer kühlen Bierflasche bilden?

Physikalisch betrachtet ist das nichts anderes als eine Kondensation.  Ein Gasförmiger Stoff, in diesem Fall die Luft übergeht in einen flüssigen Aggregatszustand. Das Endprodukt ist das Kondensat – also Wasser.

Betrachtet man 1m³ Luft bei einer Temperatur von 20° C so sind etwa 17,3 g Wasserdampf enthalten bei einer 100 % Sättigung. In unseren Breitengraden liegt die Luftfeuchtigkeit bei etwa 50 % und entspricht einem Wasserdampfgehalt von etwa 8,7 g.

Wasserdampfsättigung 1m³
Wasserdampfsättigung | Quelle: Ruhr-Uni Bochum

Die Idee Wasser aus der Luft zu generieren wird seit Jahrhunderten bereits praktiziert. In trockenen Ländern wird der Morgentau mithilfe von Planen aufgefangen. Dabei kondensiert die feuchte Luft aufgrund der kalten Temperatur und setzt sich auf der Plane ab.

Österreichisches Start-up Fontus und die Idee mit der Luft

Fontus will mit seiner Trinkflasche feuchte Luft einfangen, kondensieren lassen und die Wassertropfen in die Trinkflaschen leiten.

Trinkflasche Fontus Airo
Fontus Trinkflasche | Quelle: fontus.at

Mit ihrem Trinkflaschensystems sollen innerhalb von einer Stunde bis zu 0,5 l Wasser bei optimalen Voraussetzungen gewonnen werden können.

 

Welche Technik steckt hinter Fondus Airo und Fondus Ryde?

Mit ihrer Crowdfunding Campagne konnte das Östereichschie StartUp auf INDIEGOGO mehr als 345.000 $ sammeln um, die erste selbstfüllende Trinkflasche in zwei Versionen vorzustellen.

Beide Trinkflaschen arbeiten nach demselben Prinzip. Die Trinkflasche wurde so konzipiert, dass feuchte Luft Kondensiert und das Kondenswasser gespeichert wird.

Bei der Version Fontus Airo wird ein kleiner Lüfter Umgebungsluft ansaugen und in die Kondensationskammer leiten. In dieser Kondensationskammer wird die Luft mithilfe eines Peltier-Elements heruntergekühlt. Dabei kondensiert die feuchte Luft und kondensiert auf einer speziellen Oberfläche. Diese Wassertropfen gelangen dann als trinkbares Wasser in die Trinkflasche. Ein Peltier-Element ist ein Elektrothermischer Wandler, welches beim Anlegen einer Spannung eine heiße und eine kalte Seite erzeugt. Die Temperaturdifferenz der beiden Seiten bleibt dabei gleich (Peltier-Effekt).

Funktionsweise Fondus Airo
Fondus Airo Funktionsweise | Quelle: indiegogo.com

Da es sich bei Kondenswasser um demineralisiertes Wasser handelt, haben die Entwickler von Fontus ein Modul am Flaschenboden integriert, welches das Wasser wieder mit Mineralien anreichert. So hat beispielsweise Magnesium eine große Bedeutung für Sportler.

Die Energieversorgung des Lüfters und des Kühlsystems wird mithilfe eines Solarpanels gewährleistet.

Der Fontus Airo ist für alle Abenteurer, Wanderer, Kletterer und Camper gedacht, die viel unterwegs sind, aber nicht die Möglichkeit haben um an frisches Trinkwasser zu kommen oder einfach nur Gewicht sparen wollen.

 

Eine System für Biker

Das zweite Modell nennt sich Fontus Ryde und wurde speziell für Fahrräder konzipiert.

Die Trinkflasche füllt sich dabei selbst mit Wasser auf während der Fahrt. Im Gegensatz zum Fontus Airo wird kein extra Lüfter zum ansaugen der Luft benötigt.

Funktionsweise Fontus Ryde
Fontus Ryde Funktionsweise | Quelle: indiegogo.com

Das Fontus Ryde System wir dabei an das Oberrohr des Fahrradrahmens monintert .Während der Fahrt wird an der Vorderseite der Fahrtwind durch die trichterförmige Bauweise eingefangen und die Luft in der Kammer mithilfe des Peltier-Elements heruntergekühlt. Dabei kondensiert die Luft und das Kondenswasser wird in die Trinkflasche Tropfen für Tropfen geleitet.

Auch in diesem Fall werden Solar Panel verwendet, welches die Sonnenenergie in elektrische Energie umwandelt.

Beide Modelle haben ein Fassungsvermögen von 800  ml und haben aufgrund des Aussehens und der Funktionalität schon mehrere Awards gewonnen. Wie das ganze in bewegten Bildern aussieht, könnt ihr im Crowdfunding Video sehen.

Was man jedoch bedenken sollte, ist dass das System nur bei bestimmten Bedingungen arbeiten gut kann. Die Menge an Wasserdampf in der Luft ist abhängig von der Temperatur. Je höher die Temperatur ist, desto mehr Feuchtigkeit ist gespeichert. Demzufolge arbeitet das System von Fontus effektiv bei Temperaturen über 20 °C.

Fazit:

Wir finden die Idee trotzdem super aus dem nichts Trinkwasser zu produzieren. Perfekt auf langen Reisen, wenn keine Wasserstelle in Sicht ist oder man einfach Gewicht sparen will. Zudem hat dieses Konzept Potential in Gebieten mit verseuchtem Grundwasser oder in Gebieten mit gar keinen Zugang zu Grundwasser.

Wie sich das der Fontus Airo und Fontus Ryde  in der Praxis schlagen wird sich noch zeigen. Bis April 2017 müssen wir uns also noch gedulden und wünschen den Fontus Entwicklern dabei weiterhin viel Erfolg.

Weitere Infos erhaltet ihr auf: http://fontus.at/

Ihr braucht Rat beim Kauf einer Trinkflasche? Hier sind unsere Tipps.

2 Gedanken zu „Selbstfüllende Trinkflasche wandelt Luft in trinkbares Wasser um

  • 21. Februar 2017 um 10:58
    Permalink

    Schon beeindruckend zu sehen, wieviele finanzielle Unterstützer sich für dieses Projekt haben finden lassen. Crowdfunding ist und bleibt eine ganz tolle Finanzierungsalternative, die genutzt werden muss.

    Antworten
    • 19. November 2017 um 21:10
      Permalink

      Hallo Thomas, da hast du recht. Ein neues Interessantes Projekt, welches wieder über Crowdfunding finanziert wird ist eine selbstreinigende Trinkflasche durch UV-Licht. Technologisch gesehen schon ziemlich ausgereift!

      Antworten

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